DAS BACHBAHN MUSEUM


Erfenbach ist einer der Orte, die über die sogenannte Bachbahn effizient an das allgemeine Schienennetz angebunden waren. Dieses Transportmittel hat die Wirtschafts- und Sozialgeschichte der Region nachhaltig beeinflusst. Sowohl der Transport landwirtschaftlicher Erzeugnisse und Produkte mittelständischer Handwerks- und Industriebetriebe als auch die für damalige Verhältnisse bequeme Verbindung für Pendler zu den großen Industriebetrieben in Kaiserslautern brachten den, an die Bachbahn angeschlossenen, Ortschaften beachtliche wirtschaftliche Vorteile.


Mit der Bachbahn verbundene Zeugnisse über das Erleben von Technik und deren Wandel in der Gesellschaft werden im Sinne einer Denkmalsbewahrung durch das BachbahnMuseum in Erfenbach der Öffentlichkeit zugänglich gemacht. Es handelt sich dabei um ein Zeitzeugnis der Wirtschaftsgeschichte und darüber hinaus der Sozialgeschichte im Zusammenhang mit dem technischen Fortschritt.


Details werden an Modellen erläutert, die insbesondere die Situation im Umfeld aller Bahnhöfe der ehemaligen Bachbahn darstellen und ständig erweitert werden. Das Lagerwesen sowie die Infrastruktur zum Transport von Gütern und Personen werden im Kontext mit den in den jeweiligen Orten vorhandenen Gegebenheiten individuell gestaltet und den Besuchern erläutert.


Mittels einer Modellbahn in Spur 0 mit ca.180 Meter Gleislänge wird die Bachbahnstrecke in Miniatur wieder erlebbar.


Untergebracht ist das Museum in der Scheune und den Stallungen des ehemaligen „Bauernhof Schermer“ aus dem Jahr 1820, der von der Familie Götz erworben und so vor dem Abriss bewahrt wurde.


Um das Museum langfristig zu erhalten, ist eine finanzielle und ideelle Unterstützung unabdingbar. Der Trägerverein Bachbahn freut sich über neue Mitglieder.


Im Erdgeschoss des Museums, dem ehemaligen Kuhstall, befindet sich der Ausstellungsraum "Haltepunkt Kunst", mit Skulpturen und Bildern des Erfenbacher Kunstschaffenden Rudolf Blanz.


In den gleichen Räumlichkeiten besteht die Möglichkeit sich in einem Originalinterieur eines Speisewagens niederzulassen und sich mittels liebevoller Details, wie einem nachgebauten Fahrkartenschalter, der Bahnromantik hinzugeben.

DIE GESCHICHTE DER BACHBAHN


Die Bachbahn war eine 16,5 km lange Nebenbahn. Ausgangspunkt war der Bahnhof Lampertsmühle-Otterbach, das Ende des Streckenverlaufs der Bahnhof Reichenbach-Steegen. Den Namen verdankte die Bachbahn den Orten an Ihrer Strecke - sie enden alle mit „-bach“: Otterbach, Erfenbach, Siegelbach, Rodenbach, Weilerbach, Schwedelbach, Reichenbach.


Die Genehmigung der Strecke erfolgte 1908 durch den Bayrischen Landtag. Eröffnet wurde sie am 15. Oktober 1914 - zuerst nur bis Weilerbach. Bedingt durch die anfänglichen Widerstände nur als Vizinalbahn - also in der Sparversion. Der Ausbau von Weilerbach bis Reichenbach wurde am 20. Juni 1920 fertiggestellt. Zuerst diente die Strecke in erster Linie dem Transport landwirtschaftlicher Produkte.


Am 20. Mai 1972 wurde der Personenverkehr eingestellt. 1989 wurde der Güterverkehr zwischen Weilerbach und Reichenbach eingestellt. Vom 26. Februar bis zum 23. April 1991 wurde die Strecke von Weilerbach bis Reichenbach abgebaut. Hier wurde 1992 ein Radweg gebaut. Zur offiziellen Eröffnung des Radweges, am 16. Mai 1994, setzte die Bundesbahn Sonderzüge zwischen Kaiserslautern und Weilerbach ein. Am 1. Juli 1996 wurde auch das Teilstück Lampertsmühle-Otterbach und Weilerbach stillgelegt. Die Entwidmung der Strecke wurde am 28. Mai 2014 beschlossen.


Auf der Trasse Weilerbach nach Reichenbach-Steegen wurde bereits ein Rad-/Wanderweg fertig gestellt. Die gesamte Bahntrasse wird bis 2023 als Bachbahn Rad-/Wanderweg ausgebaut, historisch aufgearbeitet und an den Lautertal-Radweg bei Otterbach angeschlossen. Diese Maßnahme dient der touristischen Aufwertung der Westpfalz.

Museum